Reset your voice
Shownotes
Was passiert eigentlich in deinem Kopf, wenn du eine Diagnose stellst? Gehst du nach Schema F vor oder hast du eine echte Arbeitshypothese?
Ich spreche heute mit Oliver Frischknecht. Er arbeitet als Logopäde und Gesangspädagoge im SingStimmZentrum Zürich und steht als Musicaldarsteller auf der Bühne. Wir reden über sein neues Buch „RESET YOUR VOICE 2“ und das Thema klinische Urteilsbildung in der Stimmtherapie. Oliver erklärt, wie man funktionelle und organische Stimmstörungen hypothesengeleitet anpackt, statt nur Übungen aneinanderzureihen. Wir diskutieren, wie er wissenschaftliche Erkenntnisse und therapeutische Erfahrung kombiniert, um zu klaren Entscheidungen zu kommen. Ein spannendes und wie ich finde wichtiges Gespräch.
Viel Spaß beim Zuhören!
Michael
SHOWNOTES Unser Gast
Oliver Frischknecht ist Experte für Stimmtherapie und Dozent sowie Autor des Fachbuchs Reset your voice. Du findest alle weiteren Informationen zu seiner Arbeit auf seiner Website www.oliverfrischknecht.com.
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Produktion
Die Produktion übernimmt Daniel Salinger und du findest sein Impressum unter https://danielsalinger.de/impressum/. Diese Folge enthält keine bezahlte Werbung und steht für eine wissenschaftliche Arbeitsweise in der Stimmarbeit.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ein hallo an euch da draußen, herzlich willkommen zum Stimmkontor Podcast.
00:00:06: Ich hoffe es geht dir gut!
00:00:07: Mir geht's auf jeden Fall besonders gut denn heute habe ich wieder einen ganz tollen Gast dabei.
00:00:12: Oliver Frischknecht schön dass du da bist.
00:00:15: Hallo, ich freue mich sehr hier dabei zu sein.
00:00:18: Unter unserem podcast könnt ihr natürlich wieder mit diskutieren.
00:00:22: um uns an eurer Meinung teilhaben zu lassen Legen wir los So ein bisschen länger.
00:00:31: Ich habe damals so einen Buch gekauft und habe das in meinen Schranke gestellt, ganz viele Übungen daraus gemacht und es sehr zu schätzen gelernt.
00:00:39: Und dann später im Singstimmzentrum durfte ich dich da auch schon mehrmals erleben als du bei meiner Fortbildung warst, als wir zusammen uns ausgetauscht haben.
00:00:50: Wenn jetzt aber draußen Menschen sind die sich fragen Oliver Frischknecht?
00:00:55: Da klingelt was!
00:00:56: Aber ich bin mir nicht so richtig sicher.
00:00:59: helfen uns aufklären, wer ist Oliver Frischknecht und was sollten wir von dir wissen?
00:01:06: Ja klar das mache ich sehr gerne.
00:01:09: Ich bin ein Schweizer Sänger im Musicalbereich tätig gewesen habe dann auch Gesangspädagogik studiert deswegen Gesangstpädagoge und Lokopäde und arbeite im interdisziplinären Zentrum Singstimmzentrum Zürich, kurz SSZZ unter der Leitung von Dr.
00:01:29: Salomil Tsviki und betreue dort vor allem die Sänger hauptsächlich aus den modernen Richtungen teilweise aber auch klassisches Sänger und teilweise auch Patienten mit einfach quasi mal normalen Sprechstimmstörungen Arbeite auch noch im Spital Limertal, auch in Schlieren bei Zürich.
00:01:52: Und arbeite dort am Refluxzentrum wo ich unter anderem die Störungsbilder Supergastrik Belching und auch Aerophagie behandle.
00:02:03: Genau!
00:02:04: Ein ganz bunter Blumenstrauß Oliver also wirklich sehr breit gefächert.
00:02:11: Da meine allererste Frage, sieht man dich denn noch auf Bühnen?
00:02:15: Kann man dich irgendwo erleben?
00:02:16: und wenn ja was sollten wir uns auf jeden Fall anschauen?
00:02:19: Ja momentan habe ich sehr wenig Zeit um das zu machen.
00:02:25: Ich versuche quasi immer noch ein bisschen einen Fuß in der Bühnewelt zu haben.
00:02:31: Hab zum Beispiel als letztes in Wahlenstadt bei den großen Sommerfestspielen in der Schweiz in Heidi mitgespielt.
00:02:38: Ich bin aber montan etwas beschäftigt, weil mein zweites Buch Reset Your Voice II herauskommen wird jetzt im Mai oder Juni.
00:02:48: Und das war eine sehr große Arbeit, weil sixhundertfünfzig Seiten circa und zweihundertzweiundfünftig Videos die ich aufgenommen habe und dazu bin ich eben auch noch an einem Master dran in England.
00:03:04: Vokal Pedagogy in Richtung Forschung.
00:03:09: und ja, alles auf einmal kann ich nicht machen.
00:03:12: Aber ich habe es mir vorgenommen auch in der Zukunft wieder mal einen Musical Engagement anzunehmen.
00:03:18: also Ich bin mir sicher dass diese Zeit noch nicht ganz vorbei ist aber das ist nicht mehr mein Hauptstandbein.
00:03:24: Das ist ja hier im Stimmkontor Podcast etwas was ganz oft passiert Dass sich hier mit Menschen zusammenkommen die klinisch arbeiten professionell auf der Bühne stehen, mindestens dann professionelle Menschen ausbilden.
00:03:40: Und diese Frage dich jetzt stelle, die habt ihr da draußen bestimmt schon ganz oft gehört wenn ja bei Jali Papila oder Kerstin Weise oder Renate Braun zugehört hat und die stelle ich jetzt auch dir lieber Oliver!
00:03:52: Du stehst auf der einen Seite auf den Bühnen arbeitest aber auch gleichzeitig und du sagst auch überwiegend klinisch als Logopäde Wie befruchten sich denn diese beiden Welten?
00:04:02: Bei dir gegenseitig.
00:04:06: Da mein Klientel ganz viel Sänger sind, auch zum Beispiel manchmal auch im Reflexzentrum selbst da habe ich immer wieder Sänger mit Störungen in der Stimme wegen des Refluxes Kann ich natürlich sehr gut nachvollziehen, was zum Beispiel für ein psychischer Druck auf Beisängern besteht.
00:04:28: Zum Beispiel bei Premieren, bei Vorsingen und so weiter.
00:04:31: jetzt auch mit den Social Media?
00:04:33: Geschichten, ich weiß auch was es bedeutet mit der Kältung singen zu müssen zum Beispiel.
00:04:41: Ich weiß was das bedeutet wenn gerade da schwierigste Song morgen zum Zehn auf dem Probenplan steht.
00:04:48: also ich habe einfach quasi vieles durchgemacht von den Situationen in denen sich die Sänger selbst befinden und kann da natürlich dann auch irgendwie mit der Empathie und eben vielleicht auch dem Hintergrund wissen, da ganz gut Abhilfe verschaffen.
00:05:09: Ja es ist natürlich immer schön wenn man einen Einblick hat in die reale Berufswelt Und auch in gerade diese harten Anforderungen.
00:05:17: War das auch der Grund, wo du gesagt hast ich möchte mehr wissen?
00:05:20: Ich möchte jetzt nicht nur auf der Bühne stehen!
00:05:21: Ich möchte gerne ausbilden und auch gerne klinisch Sachen erfahren.
00:05:26: oder was hat dich dazu bewogen dann zu sagen hey ich möchte in die Logopädie den meines Wissens hast du glaube ich mit Musical anbefangen.
00:05:33: Ja genau Vielleicht roll ich da ein bisschen aus.
00:05:36: Ich habe in dem Jahr im Jahr, als Stella der große Musikkonzern Konkurs ging und dann musste natürlich auch die Schule schließen und bin danach nach London an die London School of Musical Theatre ein Ein-Jahreskurs, der mir dann aber eigentlich ein bisschen zu kurz war.
00:06:03: Und deswegen bin ich danach wieder zurück nach Hamburg in den ersten Jahrgang, vielleicht kennen uns einige noch von dem Stage Fever was damals auf ZDF lief, da war auch mit dabei.
00:06:17: Ja genau und habe da eben meine Musical Ausbildung gemacht Keine Ahnung.
00:06:24: Roundabout zehn, zwölf Jahre ungefähr hauptsächlich als Musicaldarsteller gearbeitet also im ganzen deutschsprachigen Raum eigentlich und hab dann irgendwann gedacht so ich brauch ein zweites Standbein und habe dann angefangen Gesangspädagogik zu studieren in Osnabrück Und dabei bin ich dann auf das Thema Stimmstörungen aufmerksam geworden.
00:06:49: Das hat mich dann sehr angefangen zu interessieren hab dann gesagt, okay.
00:06:55: Damit ich das dann auch abrechnen kann ... Was ich da tue muss sich noch Logopädie studieren und hab dann zurück in der Schweiz in Rorschach dann auch noch studiert.
00:07:07: Also ein Fachidiot sozusagen!
00:07:11: Ich weiß nicht ob ich Fachidiod sagen würde auf jeden Fall.
00:07:13: Bist du ganz schön rumgekommen?
00:07:15: Ja, das stimmt.
00:07:18: Das ist ja auch so spannend.
00:07:19: Der Weg in die Logopädie über so viele Ebenen mit einem großen Wissensturz.
00:07:26: Ich hab ja ... dich in vielen Gesprächen kennengelernt und auch jetzt auf dem Dysphagiesymposium, auf den Stimmsymposien in Zürich.
00:07:34: Auch immer als sehr kritischen Teilnehmer wahrgenommen.
00:07:38: Und wenn ich so Reset your Voice lese, lese ich auch viel Wunsch nach Wissenschaftlichkeit.
00:07:43: ist es auch etwas was dich auszeichnet, dahinter zu schauen ein bisschen mehr nach Evidenzen zu forschen sowohl in der Therapie als auch im Gesang?
00:07:52: Ja absolut.
00:07:53: also das interessiert mich extrem.
00:07:57: Ich finde es mega wichtig, dass man weiß was man tut und warum man es tut.
00:08:03: Und natürlich ist ja in der Wissenschaft immer so oder in der Forschung jede Theorie gilt bis sie widerlegt ist.
00:08:11: aber ich finde schon mal ganz gut sich auf den aktuellen Stand zu bringen welche Theorien momentan stimmen über Physiologie und Pathologie.
00:08:22: Ja, am Ball zu bleiben und sich ein bisschen abzudaten.
00:08:27: Klar es gibt auch natürlich zum Beispiel jetzt die ganzheitlichen Ansätze zum Beispiel gerade in der Stimmtherapie die auch sehr gut funktionieren können und das akzeptiere ich vollkommen und benutze auch Teile daraus.
00:08:41: Aber ich finde es halt auch schon schön zu wissen, okay, jetzt sagen wir mal dieser Laut oder diese Übung.
00:08:47: Was bewirkt die jetzt wirklich im Ansatzhohe auf Stimmlippenebene in der Trachea und so weiter?
00:08:55: Ja, ich find das einfach mega spannend!
00:08:57: Was bewirkt was und was ist gesund und was is nicht gesund und warum nicht?
00:09:02: Und usw.
00:09:05: Ja, und ich bin ja ähnlich gestrickt wie ich mag es... ... mag manche Begrifflichkeiten auch nicht so sehr, weil sie ja so überproportional angewendet werden.
00:09:16: Der Begriff ganzheitliche ist so ein Thema oder holistisch einfach in einer anderen Sprache genutzt.
00:09:22: Weil ich finde es wird manchmal sehr viel sowas gesagt ohne wirklich dann dahinter zu schauen.
00:09:26: was machen wir da eigentlich?
00:09:28: Es geht ja gar nichts immer darum dass in so einem ganzheitlichen Konzept Fehler drin sind sondern das die Beschreibung meistens nicht stimmen also die Erklärungsmodelle.
00:09:37: Jetzt alle und die Zuhörendenken seufzen wieder, verdrehen die Augen.
00:09:41: Michael redet schon von der Atmung, warum sie zu überproportional in der Stimmtherapie breitgetreten wird.
00:09:48: Das ist immer so ein Thema, zumindest von meiner Seite.
00:09:54: Ich finde es aber wichtig, dass wir nie vergessen, dass da auch in einer Medizin sind und automatisch eine Wissenschaft.
00:09:59: Und wenn wir ehrlich sind, auch Gesangspädagogik-Erziehungswissenschaft muss ja auch einem ... wissenschaftlichen Konsens folgen, sonst kann man ja am Ende des Tages auch alles machen.
00:10:09: Das ist so genau absolut.
00:10:12: wenn du jetzt heute die Möglichkeit hättest hier so magisch heute mal alles möglich welches dogma würdest du denn sagen wir mal aus der klassischen gesangspädagogik oder aus der stimmtherapie am liebsten heute noch abschaffen?
00:10:26: ein dogma sie meinst du meinst eine regel der alle das gefühl haben folgen zu müssen.
00:10:33: Okay, welches Dogma?
00:10:43: Schwierig fällt mir grad jetzt nichts ein.
00:10:45: Um es dir vielleicht so einen Start zu machen, um es dir leichtzumachen wenn man mich fragen würde und ich bleibe mal zu dem treu was ich gerade schon angedeutet habe alle Menschen müssen tief in den Bauch atmen um gesund singen zu können würde ich mal ganz auf eine Frage aufm Fragebudder stellen ob das so realistisch ist wenn wir uns die breite diversität superdiversität von klängen anschauen, die auf der ganzen Welt produziert werden.
00:11:11: Und ich würde behaupten, dass ein sehr großer Teil gar nicht in den Bauch atmet.
00:11:15: und wenn wir uns dann die Frage stellen was Bauchatmung eigentlich ist und wie Stimme funktioniert da könnte man eigentlich den Podcast komplett darum drehen lassen.
00:11:25: ja Okay, ich verstehe.
00:11:27: Ja, das stimmt natürlich.
00:11:29: Atmung ist ein Thema oder Bauchatmung oder Abdominaldiafragmaleatmungen und so weiter die ganzen Begriffe, die kann man answeifeln.
00:11:40: Ich kann aber auch als eigene Erfahrung sagen, ich war jemand der von einer Estill-Lehrerin von Elizabeth Eton sehr geprägt war.
00:11:48: Und dort war die Atmungen nicht so stark vertreten, sage ich jetzt mal weil sie sich glaube ich auch bewusst daraus gehalten haben, weil es eben sehr viele widersprüchliche Theorien und so weiter gibt.
00:11:59: Und sie deswegen einfach nicht so viel darüber gesprochen haben.
00:12:03: aber bei mir war's so als ich mich später dann in der Ausbildung zum Beispiel mit der Akzentmethode beschäftigt habe und auch mit dem ganzen Atmen aus dem Bauch und dem Stützzone zb nach Chapman hat sich mein Gesang mega verändert zum positiven, also es wurde viel stabiler und das gab plötzlich einen Boden auf dem sich alles bewegt hat.
00:12:27: Es war einfach stabiler- und zuverlässiger nachher.
00:12:33: Deswegen ich finde Atem schon ein wichtiges Thema.
00:12:36: aber es gibt natürlich verschiedenste Formen zu atmen oder auch zu stützen.
00:12:41: Und ich sage immer, es ist so wie beim Tennis der eine, der schlägt vielleicht die Rückhand so und der andere, der Schlägt sie so und er dritt noch mit beiden Händen.
00:12:51: Und Schlussendlich ist wichtig, wie kommt da Ball übers Netz?
00:12:56: Für mich die Analogie zur Stimme ist wenn die Stimmlippen hier sind Wie stark ist der Druck, der aufgebaut wird.
00:13:04: und in welcher Geschwindigkeit wird da aufgebaut?
00:13:07: also quasi Pressure und Flow, wie werden die balanciert?
00:13:11: Und das hat ja sowohl mit dem Ventil der Stimmlippen zu tun als auch, wie man das füttert.
00:13:17: Und ob man das jetzt zum Beispiel mit der Bauchdecke nach innen führen macht oder mit den Flanken oder mit Rippen
00:13:23: usw.,
00:13:23: was es alles für Methoden gibt... Ich glaube, man kann relativ viel machen!
00:13:28: Man muss es einfach effizient machen.
00:13:31: Ein anderes Dogma, was mir noch so einfällt was ich eher widerlegen würde, wäre zum Beispiel dass im Kehlkorb oder vor allem eigentlich im Rachen, im Farrings keine Engen entstehen soll.
00:13:45: Also das die Sänger alle nur mit offenem Hals singen sollen und genau das die Klassiker auch alle mit offen dem Hals singing würden!
00:13:55: Und das weiß man einfach wenn man viel Laryngos kopiert dass dem nicht der Fall ist.
00:14:02: Also vielleicht bleiben bei klassischen Sängern die Sinus piriformis, die im unteren Teil des Rachen sind, bleiben mehr offen als bei modernen Sänger?
00:14:11: Ja, das ist richtig.
00:14:13: Aber auch bei den klassischen Sängern muss es auf der Ebene des mittleren Konstriktors eine Verengung geben, damit ein Pharyngeal Tuning passieren kann und dass die Stimme einen Fokus bekommt, einen Strahl im Klang.
00:14:28: Und ja da gibt's einfach... Das ist zum Beispiel so etwas.
00:14:33: Dieses einfach nur Gefühl von breit.
00:14:35: Alles ist breit!
00:14:36: Verengungen ist wichtig auch.
00:14:41: Man muss da einfach nur den Stein ins Rollen bringen, dann erzählst du ja ganz hervorragende Sachen.
00:14:48: Ich schwelge!
00:14:49: Erst mal zu dem Thema mit der Atmung bin ich ganz bei dir.
00:14:52: Ich formuliere es bewusst immer so provokant weil es nichts Einseitiges ist mir nur ganz oft so einseitig betrachtet wird.
00:15:01: Und zu dem letzten Punkt absolut, wenn wir uns die aktuelle Forschung anschauen sei es jetzt zum Beispiel das was Dr.
00:15:06: Stephanie Rummel gerade sich anschaut wie die verschiedenen Qualitäten jetzt nach Estil im MRT aussehen oder wenn wir auch die Forschung über Metal anschauen über Rough Vocal Effects dann sehen wir ja auch erstens Was bedeutet eigentlich offen?
00:15:25: Also was ist das für einen Begriff?
00:15:27: Warum benutzen wir diesen Begriff überhaupt?
00:15:29: Ist es zielführend?
00:15:30: Ich würde sagen, schwierig.
00:15:32: Also was ich schon wahrnehme und offen sein soll, muss auch im Rachen gar nicht anders sein.
00:15:37: Für sie betrachtet, wenn ich gewisse Töne produzieren will, gewisse Tonklaster oder Taitoncluster brauche ich eine gewisse Schlankheit im Ansatzrohr damit überhaupt diese Cluster entstehen können die beispielsweise für den Squillo verantwortlich sind.
00:15:52: Und das sind so Sachen... Danke, dass du das gerade gesagt hast.
00:15:55: Enge meine lieben Leute da draußen ist kein Feind!
00:15:59: Im Gegenteil, es kann ein großer Freund sein.
00:16:01: Aber natürlich
00:16:02: kann man sagen ... Konstriktion, also so eine pathologische Verengung ist der Fall und Feind oder sogenannte Skripping auch.
00:16:11: Also wenn die Rachenmuskulatur anfängt zu greifen und sich zu verkrampfen weil es zum Beispiel auf glottaler Ebene zu einer Überforderung kommt,
00:16:20: z.B.,
00:16:21: weil man zu viel glottischen Druck gibt?
00:16:24: Ja dann ist das nicht gesund.
00:16:26: aber wenn man benutzt die Verengungen Farringial Tuning zu machen, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll.
00:16:33: Und auch bei uns jetzt zum Beispiel im Singestimmzentrum wenn wir Laryngoskopien machen gerade bei Sängern und die Farringswand verengt sich nicht oder kaum, dann beurteilen wir das eigentlich eher als Manko.
00:16:47: also weil dann kann dieser Strahl nicht so entstehen und dann haben sie das noch nicht gefunden quasi den Klang so zu bündeln genau
00:16:57: Ah, spannend.
00:16:59: Vielen vielen Dank Oliver!
00:17:02: Na gerne... Jetzt ist es ja so.
00:17:04: das holt mich ja total ab.
00:17:05: vielleicht auch einige von euch da draußen holt das total ab weil dass ja so Funktionalität.
00:17:10: wie sind die Einstellungen?
00:17:12: Wie sind diese Bereiche?
00:17:14: Wie muss ich mit der Atmung umgehen?
00:17:17: und Ich habe manchmal den Eindruck vielleicht bin ich auch in so einer Stimmbubble drin auf Insta TikTok usw.. Aber ich habe manchmal den Eindruck, wir sind extrem am uns selbst optimieren.
00:17:28: Es wird geguckt.
00:17:29: wie kann ich die Soft-Strategie finden, die dafür sorgt dass mein Klang noch prägnanter wird?
00:17:34: Wie kann ich vielleicht noch ein bisschen mehr das Vocal Tuning durchführen an mir selbst oder vielleicht durch externe Parameter, Looping oder solche Sachen.
00:17:46: Jetzt meine Frage an dich.
00:17:47: Siehst du denn da eine Gefahr, dass wir vor lauter Stimmtechnik, vor lauten Funktionieren irgendwann die Ruhe Emotion und die Individualität der Stimme verlieren?
00:18:00: Ja und nein!
00:18:01: Also ich glaube man muss – und ich glaub das ist eigentlich auch unbestritten – ein gewissen Grundstock an Techniken muss man haben um gut singen zu können.
00:18:15: auf diesen Boden kann man dann die Emotionen setzen.
00:18:19: Natürlich gibt es auch Natursänger, die vielleicht super emotional und auch super toll technisch eigentlich von Anfang an singen.
00:18:27: aber meine Erfahrung ist jetzt so dass das sich bei vielen von denen irgendwann etwas recht weil sie nicht zu genau wissen was sie technisch tun.
00:18:36: und wenn quasi der Körper etwas älter wird zum Beispiel zwischen dreißig und fünfundreißig ist so ein typischer Zeitpunkt für den Onset der ersten größeren Stimmstörungen bei vielen, dann kann sich das rächen wenn man einfach quasi nur aus Emotion heraus sinkt.
00:18:54: Deswegen ich bin schon ein Vertreter davon ja das technische Grundgerüst legen zu müssen oder auch zu wollen.
00:19:04: zunächst aber finde ich es auch ganz toll, dann in die Emotionen reinzugehen oder zum Beispiel wenn man das Musikbereich arbeitet halt sich zu überleben.
00:19:15: Was macht den Charakter aus?
00:19:16: Was hat der für eine Backstory wie ist er quasi aufgewachsen?
00:19:20: und so weiter und sofort?
00:19:21: Und manchmal mache ich das auch mit meinen Pop-Sängern also dass ich die eine Geschichte bauen lasse oder zumindest Situationen der der Song stattfindet.
00:19:31: Also das macht mir dann auch sehr viel Spaß!
00:19:36: Sehr cool ja Ich finde, es ist so, wie du schon sagst, so zweigliedrig.
00:19:41: Wenn wir jetzt mal auf die Stimmentherapie schauen und die Ausbildung der KollegInnen da draußen, da fällt mir auch oft eine Schieflage auf.
00:19:50: Also da lerbe ich einmal KollegInne, die sehr gut ausgebildet sind, auch ein Verständnis von dem System aber dann noch viele Ansätze.
00:20:00: leider auch und leider auch viele KollegInni das versuchen umzusetzen wo das viel in eine Richtung geht, gar nicht so diese Diversität abspiegelt und manchmal die Funktionalität des Singens oder des Nutzens der Stimme sehr rudimentär nur da ist.
00:20:17: Also das erlebe ich in meinen Kursen, dass viele dann so Aha-Momente haben – oh, das wusste ich gar nicht!
00:20:22: Das wäre ja dann viel einfacher gewesen damit der Person zu arbeiten.
00:20:26: Wie erlebst du das?
00:20:27: Wenn wir jetzt mal vom Singen mehr in Richtung Stimmtherapie gehen und davon dieser Frage sprechen von Funktualität Emotion und Botschaft.
00:20:38: Wie würdest du das da gewichten?
00:20:43: Ja, ich unterrichte ja selbst an der Hochschule für Logopüti Ost-Schweiz heißt ziehen zwischen und da versuche ich ehrlich gesagt schon sehr das technische beizubringen weil man hat jetzt zum Beispiel in meinem Fall habe ich um angehende Lokopädinnen und Lokopäden zu unterrichten.
00:21:05: Und wenn ich viel Zeit für die psychischen Hintergründe verwende, dann komme ich nicht dazu ihnen, die Techniken beizubringen.
00:21:17: Man könnte das aber natürlich auch anders machen!
00:21:20: Das ist mir klar... Aber ich hoffe dass dann eben andere Fächer das halt auch abdecken.
00:21:27: Sie haben natürlich Psychologie und sowas auch als Fach.
00:21:33: Ich kann nur sagen, ich persönlich versuche verschiedene Techniken aus verschiedenen Ansätzen beizubringen.
00:21:40: Dass es nicht aus einer Methode kommt sondern aus verschiedenen und sie ein bisschen auch wenn Sie Anfänger sind die die Wahl haben Dinge auszuprobieren und nicht nur zum Beispiel nur laxbox kennen und dann ist es vorbei Genau so.
00:21:57: Ja, ich finde das ist ein ganz wichtiger ansatz den du da verfolgst oder ich kann da sehr zu relating, weil Konzepte sind das eine.
00:22:06: Aber wir brauchen Therapeutinnen die einen Entscheidung treffen können in einem klinischen Urteilsmoment und Emotionen ist auch so ne Sache.
00:22:15: natürlich spielt ja bei unserer Stimme immer eine Rolle aber psychogenetysphonien sind wirklich selten.
00:22:21: also dass so eine reine psychogenedysphonie vor allem zu haben Das ist wirklich seltsam.
00:22:25: Behandlungsansatz ein ganz anderer Und da find ich's toll, dass du da so den Schwerpunkt drauf legst.
00:22:31: Weil ab und an wird da schon auch auf ärztlicher Seite manchmal viel zu viel psychologisiert, pathologisiert ... Wo gar nicht so viel ist?
00:22:39: Wo vielleicht ne Komponente dabei is', die war man ja gar nicht abstreiten oder vielleicht... Aber vielleicht was anderes!
00:22:46: Das bringt mich zu einem Projekt von dir, von dem du schon gesprochen hast.
00:22:50: Und das ist dein Voice-Buch, Reset Your Voice II Und da hab ich ja ganz interessant gelesen, setzt du konsequent auf Hypothesen geleitete Stimmtherapie.
00:23:01: Das freut mich ja ... Ich hab gedacht, juhu!
00:23:04: Juhu, das ist nicht einfach nur ein buchvoller Übung.
00:23:07: Ja, genau.
00:23:08: Weil davon haben wir schon ein paar und das unterscheidet sich doch wahrscheinlich von so Sachen wie... Wir haben jetzt eine Person die kommt rein, wir haben eine funktionelle ... Wir machen jetzt erst mal Bodenkontakt, abklopfen, tief atmen und dann tönen wir es mal.
00:23:26: Das scheint sich ja schon zu unterscheiden.
00:23:28: Magst du mal ein bisschen was von Hypothesen geleiteter Stimmtherapie erzählen?
00:23:32: Ja sehr gerne!
00:23:35: Ja, der Ausdruck kommt bei mir noch aus dem Studium wo meine Rektorin die Andrea Heid immer gesagt hat wir müssen Hypothesen geleitet vorgehen.
00:23:44: Bei den Störungsbildern und das war damals aber meistens nicht im Bereich jetzt Stimmtherapie oder so sondern es war da damals in der Kinder Sprachtherapies da ging es darum Und ich habe mir gesagt ja aber das muss auch Im Stimmbereich muss es auch sein.
00:23:58: also ich muss irgendwie eine Hypothese annehmen.
00:24:01: Deswegen hat diese Person das und dass Darum mache ich diese und diese Übung, aber nicht diese.
00:24:08: Und natürlich weiß ich nicht immer welche Übungen es sein soll.
00:24:11: Aber ich sollte quasi ein paar Übung vor mir haben die ich denke mit den fange ich an und die probiere ich aus und dann gehe ich darüber wenn das und dass nicht funktioniert.
00:24:20: also einfach Hypothesen geleitet vorgeben gehen sich etwas überlegen.
00:24:24: dabei und jetzt bei meinem Buch habe Ich es so gemacht, dass ich sehr stark von der Laryngoskopie ausgegangen bin oder ausgehe und zwar so, dass jetzt nicht nur zum Beispiel Hypo-Funktionelle-Disponiere, Hyper-Functionelle-Disfonie sondern das ich quasi für... sehr viele laryngoskopische Symptome oder Befunde Wege aufzeige.
00:24:49: Also zum Beispiel, wenn jetzt der Epi-Larynx, also der Kehlkopfvorruf zum Beispiel AP verengt ist wie mache ich es dann?
00:24:56: Wie mache ich's, wenn er lateral verengtes?
00:24:59: Wie mach' ich's denn die Stimme in der Mitte nicht schließt?
00:25:02: Wie machen wir die Stimmen hinten nicht schließlich?
00:25:04: Einfach so... verschiedenste Symptome habe ich mit aufgenommen und dann quasi gibt es so ein Übungsleitfaden, der dann zu verschiedenen Übungen führt die man probieren kann als erstes.
00:25:18: So genau.
00:25:19: natürlich ist mir klar dass nicht jeder Den Luxus hat immer das laryngoskopische Bild oder Video vor sich zu haben, aber man kann auch zum Beispiel einen Arztbrief verlangen und mal fragen den Arzt wie war es denn bei der Laryngoscopie?
00:25:35: Weil für irgendwas machen wir ja die Larygoscopien.
00:25:38: Es ist ja irgendwie blöd wenn der Arzt weiß wie's aussah, aber der das behandeln muss dann bei funktionellen Stimmstürungen zB nicht.
00:25:46: also da muss einfach ein Austausch da sein.
00:25:50: Auch noch so eine Idee oder was ich auch immer häufiger in der Praxis erlebe ist, dass Patienten einfach von sich aus auch mitfilmen.
00:25:57: Wenn wenn der Arsens ihn zeigt und dann haben die das Video gleich auf dem Handy Und davon kann man das gut ableiten.
00:26:05: aber natürlich kann Hypothesen geleitete Stimmtherapie auch bedeuten Dass Ich Von Außen Etwas sehe.
00:26:12: also zum Beispiel dass ich zum Beispiel sieht dass jemand mega drückt mit dem Arten zum Beispiel.
00:26:18: Oder dass er den Mund aufreißt zeitlich oder auch auf eine andere Art und Weise, sag ich mal.
00:26:26: Da gibt es natürlich auch viele Symptome die man von außen sehen kann.
00:26:30: also das beschränkt sich jetzt nicht nur auf die Laryngoskopie.
00:26:34: aber ich denke mal das spezielle an dem Buch ist, dass es wirklich für ganz viele laryngoscopische Symptomen quasi einen Leitfaden gibt.
00:26:43: dann zu der und der
00:26:47: Hurra geschrien.
00:26:49: Wir haben bei allen Stimmstörungen das gleiche Thema, es ist eine vocale Kamouflage.
00:26:54: Das ist so wichtig!
00:26:56: Wir haben eine Person vor uns sitzen, woher sollen wir wissen ob es funktionell neurogen organisch ist?
00:27:05: Wenn nicht durch eine bildgebende Diagnostik die durch ein Stimmfeld und unsere perceptive Untersuchung gestützt werden kann?
00:27:15: Das ist so wichtig.
00:27:18: Ich würde sogar behaupten, wir müssen in unserer Stimmtherapeutischen Landschaft viel mehr verlangen diese Videos zu bekommen unter Umständen zu enttarnen dass die Person es tut mir leid lieber Zuhörerinnen von jatrischen HNO-KollegInnen vielleicht nicht richtig nachgeschaut hat denn ich habe immer wieder das Thema entweder fehlen Videos oder es fehlt ein Bericht.
00:27:42: Es wird dann ewig nicht nachgeliefert und die Patientin ist frustriert, die Therapeutin ist frustrationiert, es wird behandelt, behandelt ... Und dann war's eine Züste, waren Spambo-Notes, waren Neurogenefaktoren bis hin zu Autoimmunerkrankungen, rheumatischen Störungen, die wir einfach nicht behandeln können mit konservativer Therapie.
00:28:04: Das kostet am Ende dem Gesundheitssystem in welchem Land auch immer mehr Geld.
00:28:09: Genau und auch den Patienten viel Kraft, weil man investiert Zeit, man übt, man fragt sich warum wird es nicht besser?
00:28:17: Dann fragt ich auf der Therapeut die Therapeuten, warum wird's nicht besser?
00:28:21: usw.
00:28:22: Und deswegen ist halt eine umfassende Diagnostik auch sehr wichtig.
00:28:27: Ich finde jetzt auch bei Laryngoskopien find ich es toll, wenn zum Beispiel ein Lied angesungen wird bei Singern oder bei Leuten die nicht singen.
00:28:37: Zum Beispiel einfach ein paar Sätze gesprochen werden weil man dann funktionell beurteilen kann wie das funktioniert.
00:28:45: Das geht natürlich nur bei der Transnasalenuntersuchung aber ja also auch eben die funktionelle Beurteilung bei der Laryngoskopie sehr wichtig.
00:28:56: Dass man nicht nur guckt, ist da eine organische Veränderung auf den Stimmlippen?
00:29:00: Ja oder nein?
00:29:01: Wenn nicht dann ist es funktionell.
00:29:04: Das ist ein bisschen simpel.
00:29:07: Absolut.
00:29:08: und jetzt kommen wir zu einem Punkt, der mich total fasziniert hat seitdem ich darüber nachgedacht habe.
00:29:14: Und zwar wenn wir denn eine Larygoskopier haben.
00:29:18: Ich habe Halsschmerzen, meine Stimme klingt anders als sonst.
00:29:22: Und jetzt ist sie bei der Laryngoskopie und es wird eine Transnasade beispielsweise gedurchgeführt.
00:29:31: Jetzt ist die Rückmeldung der untersuchenden Personen nicht zu sehen.
00:29:36: Die Stimmlippen sind nur leicht
00:29:38: gerötet.".
00:29:40: James Thomas, ich weiß nicht ob du den kennst diesen großartigen Foniata?
00:29:45: Der hat folgenden Satz gesagt ... Wenn wir etwas hören, müssen wir auch was sehen können.
00:29:53: Weil die Stimmlippen geben immer preis akustisch wenn etwas nicht in Ordnung ist.
00:30:00: also müssen wir etwas sehen können.
00:30:03: und er hat gesagt man muss dann halt schauen muss man vielleicht seine Optik in Frage stellen muss man unter Umständen die Optik drehen.
00:30:10: Ich weiß nicht, ob ihr das zu Hause wisst.
00:30:14: wenn man mit einem Laryngoskop Transnasal sich den Kekopf anschaut dann ist natürlich die Opti so gebaut dass ein gewisser Bereich klar ist und anderer Bereich es verpixelt.
00:30:24: manchmal muss man die Optik drehen, um horizontal die Stimmlippen sehen zu können.
00:30:30: Um das Schwingungsverhalten besser sehen zu kann.
00:30:33: Das macht er immer.
00:30:34: Er dreht immer die Opti.
00:30:36: Und immer zu sehen ... Wie sieht es aus?
00:30:38: Er macht Atemübungen, Sniffs und Husten, um zu sehen wie verhält sich die Öffnung der Stimmlippe.
00:30:46: Er hat in seinem Vortrag, in mehreren Vorträgen gesagt, dann sieht man auch, ob der Öfner das macht oder ob einer nachzieht.
00:30:55: Ah, da ist ne Parese dahinter versteckt.
00:30:58: Oder sehe ich vielleicht irgendwo eine Verdickung?
00:31:00: und deswegen geht er in den Oktafen hoch und runter mit dem Hii, um einfach zu gucken, verändert es sich?
00:31:06: Weil eine Parese verändert sich in der Höhe und Verdickungen machen irgendwann Diplofone-Anteile.
00:31:13: Und deswegen jetzt meine Frage an dich Wie oft erlebst du's eigentlich in der Praxis das?
00:31:18: jemand sagt Ja also... Da is nichts zu sehen Aber es ist ja wirklich was zu
00:31:23: hören.
00:31:25: Ja, das erlebe ich immer wieder.
00:31:29: Natürlich ist es so dass ich dann oftmals zunächst versuche mit Probation Therapie erstmal ein bisschen auszuprobieren was möglich ist einfach mit meinen Hörn und gewissen Übungen.
00:31:45: wenn's aber nicht klar ist Ja, gehe ich zu meiner Chefin der Foniaterin Salome Zwicky und wir schauen uns das nochmal an.
00:31:53: Da habe ich den Luxus dass sich das kann auch wenn die halt von außen uns zugewiesen werden kann nicht trotzdem immer mal wieder nachschauen gehen.
00:32:02: Ich würde aber trotzdem die Hörerinnen und Hörern ermutigen macht es auch Entweder, wenn ihr jemanden habt einen Foniator oder einen guten HNO-Arzt wo ihr hier vorbeigehen könnt versucht das so zu buchen dass ihr mitgehen könnt.
00:32:16: Wenn das zu teuer ist für euch dann schickt die Patientinnen und Patienten und lasst es sie wenigstens filmen.
00:32:22: Dass ihr einfach nochmal eine Zweitmeinung habt.
00:32:25: oder schreibt dem Arzt und fragt woher kommt dieses Geräusch was ich höre?
00:32:30: Und es geht nicht weg!
00:32:32: Genau.
00:32:33: Also ich nachhaken nochmal schauen, genau und vielleicht auch noch was bestimmte Sachen sind mit der Laryngoskopie nicht zu sehen also mit der Stroboskopi.
00:32:44: Manche Sachen kamen nur mit High-Speed sehen, mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen.
00:32:49: Die sind natürlich noch seltener und noch teurer
00:32:51: usw.,
00:32:51: aber das ist so.
00:32:53: Also man darf nie vergessen auch die Stroboskopie hat ihre Grenzen.
00:32:57: Die ist super!
00:32:58: Aber sie hat ihre Grenzen weil es halt eben Lichtblitze sind und keine echte Schwingung darstellt sondern eigentlich eine zusammengesetzte Schwingungen.
00:33:06: da kann es schon sein dass man mal was übersieht oder übersehen kann
00:33:11: Gerade Verdickungen, gerade kleine kleinste Verdickung.
00:33:15: Die sind immer schwierig zu detektieren.
00:33:18: ich finde nur diesen punkt sich zu vergegenwärtigen.
00:33:21: wenn wir etwas hören muss auch etwas existieren.
00:33:24: das stimmt ist so
00:33:25: dass das das ist etwas das als ich das gehört habe das war jetzt auf dem hamburger stimmsymposium hat er das noch mal sehr deutlich gesagt wo ich denn gesagt hab ja da müssen wir einfach viel mehr drüber nachdenken vielmehr auch sachen einfordern weil einfach dann auch Fragen besser geklärt werden können.
00:33:43: Auch die Frage der Therapiefrequenz, der Therapiezeit – wie lange darf etwas dauern?
00:33:50: Dann bewegen wir uns auch viel mehr in einem wissenschaftlich medizinischen Kontext und weiter weg von reinem pädagogischen Arbeiten was ich finde manchmal zuviel in der Stimmtherapie passiert, weil uns Daten einfach fehlen.
00:34:07: Weil wir entweder nicht gelernt haben, Daten einzufordern mit ihnen umzugehen oder sie zu erheben.
00:34:15: Oder weil wir vielleicht gar nicht das gewöhnt sind, uns damit auseinanderzusetzen.
00:34:19: Vielen vielen Dank!
00:34:20: Also deswegen habe ich mich über diesen Begriff Hypothesen geleitet so gefreut, weil es ist ja wie in der Schlucktherapie.
00:34:27: Wir
00:34:28: würden doch niemals sagen, wir machen keine Fies Wir machen keinen röntgen Breischluck.
00:34:32: Wir würden das doch alles haben wollen, damit wir wissen was wir haben und nicht im Nebel irgendwelche Übungen abspulen in der Hoffnung dass irgendwas dabei ist, was hilft?
00:34:42: Genau!
00:34:43: Und ich finde halt auch etwas was wir einfach wie fördern müssen immer noch mehr und noch mehr is wirklich die Kommunikation zwischen Arzt- und Lokopäde oder behandelnde Fachpersonen weil wenn der Arzt vielmehr weiß über den Fall als der, der es therapieren soll ist einfach nicht günstig.
00:35:02: Also es ist einfach super wenn man einen guten Brief hat wo man weiß worum es geht anstatt nur eine Verordnung wo darauf steht.
00:35:10: Funktionelldysphonie das kann so viel sein und auch nichts.
00:35:14: ja das ist einfach zu wenig
00:35:16: absolut.
00:35:17: ich sage auch immer wieder Die logopädische Diagnostik ist die Überprüfung der ärztlichen Diagnose.
00:35:24: Weil wir natürlich noch andere Felder mit abprüfen können, die auch gar nicht im Zeitrahmen des phoniatrischen Momentes liegen.
00:35:31: Manche Unikliniken nehmen sich Zeit, weil es in deren Kontext ist manche können das nicht?
00:35:37: Weil sie einfach Zuhosen an Drang haben oder Personal, also Ressourcen fehlen wiederum.
00:35:42: andere haben andere Foken und wir müssen einfach gucken wie Wie gehen wir mit Dingen um?
00:35:47: und dann auch zu sagen, ich muss als logopädische Fachkraft auch eine klare standardisierte Diagnostik umsetzen können.
00:35:52: Das fängt bei einem Stimmfeld an geht zur Rhinophonie Prüfungen die mir viel zu wenig passieren in stimmtherapeutischen Settings bis hinzu du hast es schon gesagt Ich meine auch so ganz einfache Sachen wie zum Beispiel durch einen offenen Mundhächel Atmen zu können, erkennt man ganz oft Stridoren.
00:36:11: Die vielleicht mit Lähmungen zusammenhängen können und das sind so Sachen.
00:36:14: da können wir uns gegenseitig wie du sagst unterstützt und austauschen und nicht sagen dass ist die ärztliche instanz die hat das zu tun.
00:36:21: ich bin die logopädische instanz.
00:36:22: sie hat nur das zu tun habe ich in dem kurs erlebt.
00:36:25: dann Hast so ein Panel gezeigt, Rhinophonie und trallala.
00:36:29: Und dann sagt eine Kollegin ja man muss doch der Arzt auf den Schirm haben ob es da eine Rhinoponie gibt ich so ja.
00:36:34: wenn sein Fokus aber gerade auf dem K-Kopf war und vielleicht gar nicht so sehr er hatte vielleicht keine Transnasal Untersuchung gemacht und ist einfach nur mit der Pistole eigentlich immer in den Rachen gegangen hat vielleicht nicht auf den Stimm gehabt dass da vielleicht einen Rhinophone Anteil dabei war das muss ich ja oft abprüfen können.
00:36:52: Ja und man darf auch nicht vergessen, Ärzte sind auch keine Übermenschen.
00:36:57: Und die haben meistens nicht viel Zeit.
00:37:00: Wir haben in der Regel einiges mehr an Zeit und können besser nachfragen und eben noch mehr Tests machen, die vor allem auditiv gestaltet sind.
00:37:13: So kann sich dann einfach eine ganz gute Diagnostik zusammen ergeben.
00:37:19: Man darf halt nicht erwarten... Der Arzt fragt schon, was ist und ich führe aus.
00:37:25: Ich glaube das ist einfach
00:37:26: veraltet.".
00:37:29: Ja es ist eher alles im Wandel.
00:37:33: wir müssen vielmehr nach vorne schauen uns austauschen und auch Mut dazu haben wissenschaftlich zu arbeiten.
00:37:40: so schön dass is mit der Stimme zu arbeiten.
00:37:42: es bleibt ein wissenschaftliches
00:37:44: Fachgebiet
00:37:46: und es ist ja ein schönes sage ich mal ein schönesswissenschaftliches fachgebiet wird jetzt behaupten
00:37:52: absolut
00:37:54: Hochkomplex, mit der ganzen
00:37:56: Kostik und so was.
00:37:57: Aber es ist wirklich toll!
00:38:01: Und deswegen bin ich auch immer so der Typ.
00:38:02: Klar, mach' ich auch mal Lux-Vox und mach' Ich Straw Foundation, mach', ich Sachen aus Schlafhorst anders noch ist Still aus CVT als was auch immer WerduLini keine Ahnung.
00:38:12: Aber trotzdem muss sich ja eine Entscheidungsfindung vorher haben.
00:38:16: Und ich find das kannst du ja mal erzählen wie du das siehst.
00:38:18: aber ich finde dass könnte in den Ausbildungen stellen noch viel mehr vermittelt werden Wie wir Entscheidungen treffen?
00:38:24: Wie wir Symptome erkennen einorten und dann Hypothesen aufbauen.
00:38:30: Ja genau Ja, nee.
00:38:32: Das war genau der Ansatz den ich eben auch gewählt habe quasi in meinem Unterricht und aus diesem Unterricht ist dann auch mein zweites Buch entstanden.
00:38:41: also das war genau da Grund weil ich einfach nicht wollte ja dass das junge Logopäden oder Logopäden dann denken ja also ich kenne jetzt fünf Übungen und ich mache so das Skiscan-Prinzip wenn jemand kommt.
00:38:55: Ich mach hier mal das erste Mal immer laxbox weil das kann ich selber auch am besten.
00:39:00: Du weißt, was ich meine.
00:39:03: Es ist mir ein großes Anliegen dieses Hypothesen geleitete Vorgehen auf jeden Fall und es ist auch einfach viel zielgerichteter.
00:39:11: Nichtsdestotrotz dürfen wir nicht vergessen Schlussendlich gibt es immer viele Dinge, die wir auch nicht wissen und sind einfach hochkomplexe Zusammenhänge.
00:39:20: Die Psyche spielt mit rein, der ganze Körper spielt mit reinen, die Hormone und so weiter und sofort.
00:39:26: Man wird das nicht immer wissen und dann muss man natürlich eine Flexibilität haben und von der einen Übung zur nächsten gehen.
00:39:33: Klar meine Mentorin Sarah Harris sagt immer Fiddle and find out also ausprobieren und herausfinden.
00:39:41: aber Natürlich zunächst muss die Hypothesen geleitete Erfindung der Übungen da sein.
00:39:48: Und dann kann man diesen Übenden anfangen auszuprobieren, was funktioniert?
00:39:52: Wann klingt die Stimme besser und wann trinkt sie schlechter
00:39:55: usw.?
00:39:57: Sehr sehr nachvollziehbar wirklich!
00:40:01: Sehr, sehr nach vollziehbar.
00:40:03: Ich denke auch dass wir da offen für sein müssen für diese Flexibilität.
00:40:11: Es ist ja immer ein Experiment, egal in welchem therapeutischen Kontext es bin.
00:40:16: Und es geht um Beweisfindung und es geht nicht nur in der Wissenschaft besser gesagt gar nicht darum alles zu beweisen sondern auch gegen Beweise zu finden.
00:40:29: Da sprichst du mir absolut aus der Seele.
00:40:32: jetzt dann aber viele Kollegen da draußen, ich kann das total nachvollziehen!
00:40:36: Ich habe da auch Lust drauf Aber ich trau mich nicht, ärztliche Berichte zu hinterfragen.
00:40:42: Oder die KollegInnen zu hinter fragen oder nachzuhaken.
00:40:45: Ich möchte noch eine Untersuchung haben und alle hier in Deutschland ... Wir gehen viele Ärzte am Limit.
00:40:52: Die haben überhaupt Probleme, die Optiken zu bezahlen.
00:40:57: Gerade wenn sie mit gesetzlich versicherten Arbeiten ... Wir finanzieren ja mit privatversicherten ganz oft die gesetzlichen Quere.
00:41:03: Und das ist Unterdruck.
00:41:05: Das wissen ja die Kolleg Innen auch.
00:41:07: Hast du ein Tipp, hast so eine Idee?
00:41:09: Eine Sprache wie wir mit MedizinerInnen auf einer Augenhöhe kommen und über das zu sprechen.
00:41:14: Was wir in der Therapie sehen und hören oder wo wir vielleicht sogar die Diagnose infrage stellen.
00:41:20: Hast du da Tipps für die KollegInnen?
00:41:22: Ja ist auch ein Thema was mir sehr bekannt ist was manchmal wirklich schwierig ist, weil es gibt natürlich auch eine Hierarchierung im Gesundheitsbereich.
00:41:34: Das ist einfach so und die Erste stehen höher als Logopäden.
00:41:39: das ist so und das ist für mich dann in Ordnung.
00:41:42: aber als Tipps ich finde es immer gut fragend vorzugehen und eben zum Beispiel sagen Ich höre das und dass oder ich sehe das von außen was könnte da dahinterlegen, was ist Ihre Meinung?
00:41:59: Oder ja einfach fragend auftreten mit den Sachen die man beobachtet hat und vielleicht sogar auch eine kleine Idee quasi in so ne Frage mit reinformulieren.
00:42:13: Ich glaube was nicht gut ankommt es kann doch nicht sein und halt zu Forsch auftreten.
00:42:19: aber wenn man irgendwie ja es einfach klug verpackt dann kann man glaub ich alles fragen.
00:42:27: Und man soll ruhig den Mut haben, es ist ja eben Interesse des Patienten oder der Patientin.
00:42:33: also das ist ja... Man macht das für die und nicht um jetzt den Arzt irgendwie in Frage zu stellen oder irgendwie ne?
00:42:40: Also man will ja nichts Negatives sondern man will zum bestmöglichen Resultat für den Patienten kommen.
00:42:48: Absolut absolut!
00:42:49: Bestmögliche Resultate fordern immer wieder Wissenschaftlerinnen aus neue Dinge zu entwickeln.
00:42:56: Neuer Untersuchungskonzepte, neue Therapiekonzepte.
00:42:59: Wobei wir beim Letzteren sagen müssen ... Ich glaub, wir sind da schon gut ausgeschöpft mit Strategien.
00:43:04: Irgendwann repetiert es sicher und ob man jetzt nur durch ein Strohhalm, einen Tube gegen die Hand tönt das Marktenunterschied geben?
00:43:13: Aber ich denke irgendwann ist auch so das Ende angekommen.
00:43:15: was aber gerade in der Forschung absolut High-Endes isst die KI!
00:43:20: KI-gestützte Videoanalysen sind ja jetzt schon ein großes Thema.
00:43:23: Die Frage können die uns unterstützen?
00:43:26: Ich selbst arbeite auch mit einigen KI-Programmen, wenn es zum Beispiel darum geht Menschen zu unterstützen Deutsch als Fremdsprache zu lernen um da die Töne besser einzuschätzen Mit KI Modellen.
00:43:36: Es gibt Neolexon für afasische Störungen.
00:43:41: Glaubst du dass die Technik mit KI Videoanalysis und anderen Analysen in Zukunft uns noch besser helfen wird?
00:43:49: unsichtbaren Lesionen zu finden, schneller auf Bamboo Notes zu stoßen wenn vielleicht noch die Optik nicht benutzt worden ist und vielleicht das menschliche Auge nicht so zuverlässig ist.
00:44:01: oder würdest du ja sagen nee dass menschlicher Auge und Ohr das ist deutlich zuverlässiger.
00:44:06: Was sind deine Gedanken dazu?
00:44:08: Ich bin sicher, dass die KI da relativ schnell besser werden wird und gewisse Sachen auch erkennen wird.
00:44:16: Die man sonst als Mensch vielleicht nicht erkennt ist ja glaube ich bei gewissen MRT Studien schon so gewesen und kommt immer mehr.
00:44:26: Und ich glaube auch, dass das zum Beispiel bei Laryngoskopien kommen wird.
00:44:31: Wo ich nicht so sicher bin es beim Auditiven.
00:44:35: also ob die Maschine sehr schnell zum Beispiel jetzt stimmige Symptome gut auseinander hören können wird, das weiß ich nicht.
00:44:45: Ist aber möglich!
00:44:46: Also ich kann es mir vorstellen, aber ich glaube dass das visuelle schneller gehen wird als das auditive.
00:44:53: Was denkst du?
00:44:55: Ich würde mich da dem auch anschließen.
00:44:57: Also, ich denke auditiv haben wir schon viele Parameter die da schon eingeschätzt werden kann.
00:45:03: aber um diese hohe Qualität zu erkennen einmal von Sprachmelodien die auch kulturell zu differenzieren Das ist schon eine Herausforderung.
00:45:14: Auch die Daten, die es braucht um dialektale akzentuierte Veränderungen festzustellen, das ist ja das Eine und dann müsste sie ja die KI aus irgendeiner Art und Weise auch noch die Veränderung im Klanggefüge wahrnehmen können.
00:45:29: Und das braucht ja dann auch das dementsprechende Gerät was das aufzeichnet und was nicht alles weg nimmt.
00:45:34: da muss man auch die Frage stellen wo wird das aufgezeichnet?
00:45:37: Ist das dann eine Elektroglotographie parallel zu machen, um irgendwie ne Einschätzung.
00:45:43: Also ich denke da auch schwieriger weil natürlich das ja auch immer verzerrt sein kann.
00:45:49: Ich kann natürlich auch Dinge mit meinem Ansatzrohr veranstalten um gewisse Sounds zu produzieren und woher entscheide ich dann ob ich was Pathologisches habe und was Physiologisches haben?
00:46:00: Das denke ich ist schon manchmal schon eine Herausforderung.
00:46:03: Und ist es jetzt die Irregularität?
00:46:06: Braucht man vielleicht noch dass?
00:46:07: daneben finde ich auch schwierig.
00:46:09: Ich denke, die Sicht ist schon ja liegender!
00:46:14: Man muss natürlich auch dazu sehen man braucht die Untersuchungssituation.
00:46:19: und wenn wir jetzt uns die Untersuchtungsintation anschauen in den meisten deutschen H&O-Untersuchungen das sind einfach einmal ein Hii und vielleicht noch mal einen Schlucken aber viel weniger machen ein Glissando viel weniger singen gehen auf verschiedene Tonhöhen ein oder machen um beispielsweise das Öffnen und Schließen sich besser anzuschauen.
00:46:42: Was ja in manchen Zentren, wahrscheinlich hier bei euch bei Frau Zicki gemacht wird, was im Medical Voice Center, was in den Unikliniken gemacht wird aber einer kleinen städtischen HNU-Praxis deren Schwerpunkt eigentlich Kochlärm plant ist?
00:46:56: Vielleicht nicht!
00:46:58: Das heißt die KI kann ja auch nur mit dem arbeiten, was erhoben wurde.
00:47:02: Das ist so absolut.
00:47:03: Ja vielleicht noch ein Gedanke dazu zur KI.
00:47:10: Zum Beispiel die ganzen, die ganzen Vokalfarben jetzt zum Beispiel wenn man singt.
00:47:15: Also zum Beispiel in der höheren Lage, wenn sich ja alles akustisch fängt zu verändern.
00:47:21: Ich stelle mir das auch noch schwierig vor dass eine KI das super erkennen kann.
00:47:26: also ob es zum Beispiel Das ist eine KI, das schon super hören kann.
00:47:36: Und das ist aber gerade wenn wir jetzt mit Sängern arbeiten oder einfach auch Gesangshunterricht geben auf einem höheren Level dann braucht es das ja.
00:47:45: Dann sind diese Vokalfarben quasi ein Synonym für die Einstellung von Rachen und Zunge und Kiefer vielleicht.
00:47:56: noch ein bisschen skeptisch, ob das die KI schon bald kann.
00:47:59: Aber wer weiß?
00:48:01: Vielleicht sprechen wir uns in einem Jahr wieder und ich muss sagen ja muss ich leider sagen es war da lag ich falsch.
00:48:11: Wir bewegen uns langsam auf das Ende des Podcasts zu.
00:48:14: wie sind schon fast eine Stunde dabei?
00:48:16: das mag man ja gar nicht glauben.
00:48:19: wenn wir jetzt mal so uns das Gesundheitssystem fundamental anschauen was müsste sich denn da ändern?
00:48:26: Man muss ja sagen, du hast jetzt ein tolles Buch.
00:48:29: Das uns Unterstützung bietet.
00:48:32: und jetzt ist es aber so... Du hast die Situation, dass du im Singstimmzentrum bist, wo du mit wunderbaren Kolleginnen zusammenarbeitest interdisziplinär auch zusammenarbeitet.
00:48:41: Sie hat meines Wissens auch Physiotherapeuten und auch Feldenkreislehrer.
00:48:45: Lieber euch zusammenarbeiten, SängerInnen!
00:48:48: Die Barbara Böhie ist zum Beispiel auch bei euch.
00:48:50: Da gibt es einen Miteinander, wenn man jetzt aber aufs Land schaut vielleicht in eine Wald- und Wiesendogopädiepraxis?
00:48:57: Es ist nicht negativ konnotiert gemeint, aber eine Praxis die einfach da steht.
00:49:01: ich muss jetzt alle versorgen, die kommen Ich muss die Kinder versorge, ich muss die Schlaganfallpatienten versorgn.
00:49:06: Ich habe vielleicht Kochleinplan, ich hab onkologische Patienten Und jetzt habe ich auch noch Stimmpatienten.
00:49:11: Was muss ich verändern damit auch diese Menschen Diese Qualität mitbringen können.
00:49:17: Was wäre dein Impuls?
00:49:20: Ja, macht mich vielleicht nicht so beliebt mit dem was ich sage aber ich glaube man muss eine Spezialisierung ein bisschen machen und ich meine nicht jetzt in der Grundausbildung.
00:49:30: Ich finde das toll!
00:49:31: Ich fand es auch selber mega spannend alles wie Beapfassie und Sprechrapplexie usw.
00:49:36: zu lernen und gerade beim Schlucken hat's mir auch megafiel noch geholfen für die Stimme den Anspruch an mich habe, dass ich all die lokompetischen Störungsbilder super behandeln kann.
00:49:49: Das ist einfach... das ist nicht möglich!
00:49:51: Also glaube ich wirklich nicht, dass es jemanden gibt und dann gibt's vielleicht die Möglichkeit zum Beispiel jetzt mal in der Waldfeld- und Wiesenpraxis, dass man sich halt, sag' ich mal zum Beispiel zu vier zusammen tut in Stimme und Schlucken stark.
00:50:07: Jemand im Redeflußstörungen, jemand in erwachsene Sprachstörung oder die anderen auch in den Kindersprachstörung.
00:50:13: Und dann muss man halt Weiterbildungen machen vielleicht auch Fortbildungen, die ein bisschen länger gehen und sich halt in dem Bereich dann wirklich vertiefen weil ich glaube eben so eine allgemeine Grundausbildung die schafft das nicht gut.
00:50:28: Man kann sagen jetzt ganz einfache Zum Beispiel auch Stimmstörungen, das kann man dann vielleicht schon behandeln.
00:50:35: Aber wenn es ein bisschen komplexer wird ist es dann halt schwieriger.
00:50:39: Deswegen ja Mut zur Spezialisierung!
00:50:44: Vielen Dank, vielen Dank da bin ich ganz bei dir.
00:50:48: Ich denke man kann ja auch Spezialisierungen so fassen dass man sagt man sucht sich ein paar Bereiche aus manchmal gegensätzliche Bereiche damit's interessant bleibt oder dass man sagt okay vielleicht Sachen die nah beieinander liegen meine Rede dysphagie Die Dysphonie liegt super schön nah beieinander.
00:51:04: Man kann wunderbar arbeiten, auch Neurology passt in diesen Dreiklangen sehr gut mit rein oder man könnte noch Kinder Sprache dazu nehmen.
00:51:12: Ich finde nur das genauso wie du gesagt hast wir können nicht alles alles machen.
00:51:17: ich kann jetzt mal für mich sprechen.
00:51:19: ich habe mich ja irgendwann für Stimme und Neuro entschieden setzt mir bloß keine sprachliche Herausforderung mit einem Kind gegenüber.
00:51:26: Ich habe das hinter mir gelassen und merke auch, dass die Qualität einfach dann ein ganz anderes ist.
00:51:32: In dem Moment wo ich mich mehr mit etwas auskenne und alleine die Diversität von Stimmstörungen, die Diverse von Möglichkeiten ... Die ist ja so irrsinnig groß!
00:51:45: Und wenn wir dann... Auf die Kollegen in den Schauen muss man vielleicht dann sich die Frage stellen.
00:51:51: Vielleicht mache ich mich jetzt auch umbeliebt, dass man manchmal gucken muss, wo bin ich eigentlich sozialisiert?
00:51:56: Bin ich hier auf dem Land?
00:51:58: Kann es sein, das Thema singen und stimmen gar nicht so notwendig ist wie in einer Großstadt, wo vielleicht da die Sozialisierung besser ist?
00:52:07: Das sollte man auch mal mit einbeziehen.
00:52:09: Wo bin ich?
00:52:10: Was ist das Klientel, was ich versorgen will?
00:52:12: Weil ich ja eine Entscheidung getroffen habe.
00:52:15: zu sein, zu eröffnen.
00:52:17: Ich finde da sollten wir uns viel mehr Gedanken darüber machen und das sollte auch mehr in Ausbildungsstätten vielleicht kommuniziert werden dass wir auch nicht alles machen können und auch vielleicht die Praxisanleiter und Praxisinhaberinnen da draußen, dass wir vielleicht auch nett mit den BerufsanfängerInnen sind und ihnen die Möglichkeit geben sich spezialisieren zu lassen.
00:52:37: Absolut ja und ich glaube man darf sich vom eigenen Interesse leiten lassen bei einer Spezialisierung.
00:52:44: Also das eine ist, ich weiß was du meinst quasi einfach dort wo ich bin?
00:52:47: Was ist das Klientel?
00:52:48: Was wird gefragt?
00:52:49: Das ist sicherlich wichtig.
00:52:51: aber zum Beispiel wenn man jetzt in der Praxis, wo mehrere Leute sind, mehrere Therapeuten dann kann man ja wirklich sagen mich interessiert das halt schon immer so und sich vom Interesse Leiten lassen weil dann macht man auch freiwillig mehr Weiterbildungen und findet es spannend und hat dann auch mehr Freude am Beruf denke ich.
00:53:08: Also wenn man alles machen muss, ja...
00:53:13: Absolut!
00:53:15: Oliver wir sind am Ende angekommen.
00:53:18: Wir haben einen Podcast lang über ganz viele verschiedene Sachen gesprochen, über deinen faszinierenden Lebenslauf, über dein neues Buch wo ich mich schon sehr darauf freue es beide meine Händen halten zu dürfen.
00:53:32: Wenn du jetzt unseren Zuhörerinnen etwas mitgeben möchtest, etwa eine Take-home Message die dir einfach noch mal wichtig ist zu sagen was wäre das?
00:53:44: Hab Mut nachzufragen bei den Ärzten vielleicht in fragender Form also nicht in quasi befehlsform natürlich sondern in fragende Form.
00:53:53: aber hab mut und Habt auch Mut euch zu überlegen, warum ihr was macht und bildet euch weiter so dass ihr es auch ein bisschen wissen könnt.
00:54:06: Wendet keinen Gießkannen-Prinzip an!
00:54:09: So in dem Sinne das würde dich ermutigen.
00:54:15: Vielen vielen Dank lieber Oliver, dass du heute hier gewesen bist.
00:54:17: Es war ein Fest.
00:54:19: Ja vielen Dank auch Jetzt auch sehr viel Spaß gemacht.
00:54:22: Danke dir lieber Michael Das war cool.
00:54:25: Gerne doch Meine Lieben, ihr dürft natürlich auch eure Meinung gerne unter dem Podcast ob bei Deezer oder Spotify oder YouTube bei Instagram oder TikTok gerne teilen und darüber sprechen.
00:54:38: Wir hören uns nächsten Monat wieder hier im Stimmkonto-Podcast!
00:54:42: Bis dahin.
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